Der Berliner Club als Markenzeichen für improvisierte Coolness definiert sich seit jeher über seine Software: Menschen, Mode, Musik, Performance, Drama. Über einen Zeitraum von 10 Jahren dokumentierte der Fotograf Martin Eberle diese Orte erstmals und umfassend so, wie sie wirklich sind. Durch radikale Reduktion auf die Hardware, den leeren Raum, sowie die strikt architektonische Gegenüberstellung verwahrloster Außenfassaden und liebevoller Innengestaltung, von improvisiert bis überschwänglich glamourös, ergibt sich ein perfektes Destillat der legendären, behelfsmäßigen Hipness. Gebrochen wird die fast unwirkliche, statische Leere durch persönliche Anekdoten einschlägiger Veranstalter und Clubbesucher, ''die schon in jeder Ecke gelegen haben''. Umhüllt von weißem Krokolederimitat funktioniert Temporary Spaces so gleichermaßen als nostalgisches Zeitdokument, persönliches Fotoalbum für Kinder und Enkel sowie als spröde Liebeserklärung an Vergänglichkeit und Enthusiasmus, die in der akribischen Genauigkeit dieser Bilder nachklingen. Die Gestalten Verlag, 2001, 144 Seiten, 27.5 x 21.5 cm