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DVA,  2006,  Gebunden,  144 Seiten, 72 Illus., 68 in Farbe - 18 x 17 cm

EUR 29,90
Jürgen Tietz (Hrsg.)

Was ist gute Architektur? 21 Antworten

Eine existenzielle Frage, ein bescheiden formatiertes Büchlein und immerhin 21 angekündigte Antworten – nennen wir es kecke Naivität, mit der nonchalant zwischen zwei kleinen Buchdeckeln geklärt werden soll, was denn gute Architektur sei.
Die Kriterien, nach denen der Herausgeber seine Antwort Gebenden ausgewählt haben mag, bleiben ungenannt, was nicht heißt, dass sie offensichtlich wären. Diese Autoren – von Otto Graf Lambsdorff über Falk Jaeger, Kent Nagano, Ira Mazzoni, Fritz Auer und manch anderen bis zu Björn Engholm – durften schreiben, worüber sie wollten – ein Haus aus dem zwanzigsten Jahrhundert sollte es jedenfalls sein. Was sie dazu zu Papier brachten, soll als "Anregung, anhand einzelner Bauten zu beginnen, über Architektur nachzudenken und die vermeintlich banale Frage nach dem, was gut ist, öfter zu stellen" verstanden sein. Nun ist die Frage beileibe nicht banal, Kritiker und Architekten stellen sie sich (fast) täglich und denken hoffentlich auch ebenso täglich über Architektur nach. Das handliche Buch wendet sich also offenbar an den interessierbaren Laien, mag als Give Away gedacht sein, mit dem ein Architekt seinen Bauherren ein paar Fragen näher bringen kann. Da wird Stararchitekten der Marsch geblasen, die Bescheidenheit des guten Handwerks und der Funktionalität gelobt, ortsverwurzelte Baukultur gepriesen, der Noblesse des Unspektakulären gehuldigt, eine Verschmelzung des Monumentalen mit dem Ornamentalen diagnostiziert, ein idealer Ort für Geistesmenschen ausgemacht; werden Erweckungserlebnisse nacherzählt, phantastische Gebilde bestaunt und bewundert, kraftvolle Klassiker verehrt. Mit pfiffiger Narrenklugheit antwortet der Schweizer Roland Frei, der die Basler Fasnacht zum Aufhänger nimmt, um die Prämissen für das närrische Erleben sagen wir: guter und damit liebenswerter Architektur anzudeuten, aber schließlich daran zu erinnern, dass man nicht alles verstehen wollen muss, um sich dem annähern zu können, was man unter guter Architektur verstehe. Ein Lesetipp für Weiterleser: Klaus Jan Philipps "Geschichte der Architekturkritik", ebenfalls DVA, von 1996.
Rezension: Ursula Baus

Architektur ist allgegenwärtig. Sie umgibt uns jeden Tag: zu Hause, beim Arbeiten und in der Freizeit. Egal, ob aus Holz, Ziegel oder Beton - ohne Architektur wäre unser Leben nicht vorstellbar. Doch darüber, was gute Architektur ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Deshalb wollten wir von Architekten, Architekturkritikern und Architekturnutzern wissen: Was ist eigentlich gute Architektur? Anhand eines Gebäudes aus dem 20. Jahrhundert erläutern sie, warum genau dieser Bau für sie am eindrucksvollsten gute Architektur verkörpert und was die Gründe dafür sind. Der funktionale Grundriss? Die spannungsvolle Raumwirkung? Die geglückte städtebauliche Einbindung? Oder sind es bestimmte Baumaterialien? In der Gesamtschau entsteht so eine eindrucksvolle Beispielsammlung von rund 20 Bauten internationaler Architektur des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben wird das Buch von dem Berliner Architekturkritiker Jürgen Tietz.
(Verlagstext)

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