Der Rhein soll Standort eines «Museums der Weltkulturen» werden. An einem noch festzulegenden Ort zwischen Strassburg und Karlsruhe soll ein architektonischer Brückenschlag die einstmals gegnerischen Ufer verbinden. Das Gebäude ist als Lern- und Meditationsort gedacht, an dem Gegenstände unterschiedlicher Kulturen ausgestellt werden und Menschen verschiedenster Herkunft einander begegnen. Nach den Vorstellungen des Initiators Steffen Barth soll weniger ein Museum im traditionellen Sinne als vielmehr ein «Ort der internationalen und interdisziplinären Begegnung» entstehen. Die architektonische Gestaltung des Projekts wurde Tadao Ando anvertraut. ''Das 20. Jahrhundert mit seinem ständigen Wechsel von Schaffen und Zerstören geht zu Ende; und heute, auf der Schwelle zu einem neuen Jahrtausend, erwarten wir die Geburt der Kultur einer neuen Epoche. Gerade aus der Begegnung verschiedener Kulturen entspringt der Fortschritt der gesamten Menschheit. Aus der gegenseitigen Erkenntnis der Verschiedenheiten und daraus entstehenden Auseinandersetzungen erwächst neue Energie: Neue Kulturen entwickeln sich, die bereits bestehenden Kulturen werden besser verstanden und neu bewertet. Alle Menschen haben jetzt die Gelegenheit die verschiedenartigen Kulturen der Welt, die in verschiedenen Ländern, von verschiedenen Völkern hervorgebracht wurden zu verstehen und aus der Verbindung ihrer Grundelemente wird eine neue Kultur erschaffen. Kultur schliesst auch so negative geschichtliche Ereignisse wie Krieg und Invasion mit ein. Die Verwirklichung eines Museums der Weltkulturen, das die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, die in der Vergangenheit wiederholt Krieg miteinander führten, überbrückt, bedeutet auch für die ganze Welt die Aufforderung, sich näher zu kommen. Das Eingeständnis eigener Fehler ist die Grundlage des Friedens, des Ideals der Kultur.'' (Tadao Ando)