world-architects.com CH DE AT BE FI IT US NY CA MX JP CN AU
Newsletter | Press |  About |  Contact |  Links |  Legal
 

german-architects.com

 



Right menu

Warenkorb

Benutzer-Informationen

Es sind 0 registrierte und 3 anonyme Benutzer online.

Verlag f. mod. Kunst,  2005,  Paperback,  200 Seiten, 50 schwarz-weiß und 111 farbige Abbildungen - 22 x 17 cm
Johannes Bilstein, Matthias Winzen (Hrsg.)

Park. Zucht und Wildwuchs in der Kunst

Der Park und der Garten sind schon immer Orte gewesen, wo sich der Mensch Träume verwirklichen wollte, in denen er sein Verhältnis zur Natur und zur Schöpfung reflektierte und die er als Gegenbild zum Alltag empfand. Gerade diese Ambivalenz, sich der eigenen Rolle in der Welt zu vergewissern und doch eine Alternative zu dieser Welt zu suchen, machen Parks für Künstler faszinierend, die dem Ideal ebenso wie den durch das Ideal verdeckten Abgründen menschlicher Natur auf der Spur sind.
Mit dem Katalog zur Ausstellung in der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden, Teil der Trilogie über Multiple Räume, ist den Herausgebern eine Publikation gelungen, die auch ohne die Ausstellung eine wichtiges Kompendium darüber bietet, wie Parks metaphorisch besetzt wurden, wie sie Entwicklungen, Wünsche und Sehnsüchte einer Zeit widerspiegeln.
In der Kombination von Künstlerdarstellungen (von Max Ernst bis Anna und Bernhard Blume, von Henri Rouseau bis Stan Douglas) und Textbeiträgen von Historikern, Pädagogen und Soziologen wird die Komplexität des Parks als Menschen- und Naturbild verständlich und anschaulich. Der Bericht über die Erziehungsmaßnahmen von Schreber, die sich an gärtnerischen Methoden orientieren, machen Polkes Zollstockpalme anders lesbar: Als ironischen Kommentar auf den Wunsch des Menschen, das Unregelmäßige auszuschließen. Fritz Emslander beschreibt dass auch die Räume der Grotten, die Orte der Läuterung waren, nach und nach allen Schreckens beraubt wurden. Das führt bis zum disneyfizierten Paradies (Matthias Winzen), das schließlich so zwanghaft konfliktfrei ist, dass es wieder ein Form der Gewalt ausübt – und repräsentiert.
Christian Holl

Natur und Kunst standen immer in einer unvereinbaren Konkurrenz zueinander – wenn sie aber doch einmal in ein Wechselverhältnis treten, weitet sich das Blickfeld zum französischen oder englischen Garten, zur „grünen Lunge“ oder aber zum Park: Natur verwandelt sich in eine von Menschenhand gestaltete Landschaft, und die Kunst macht sich zum Adoptivkind der Natur – Paradies, Utopie und Abenteuer in einem. Insofern ist der Park als Raum natürlich auch ein Denkmodell für die Beschäftigung mit der Ordnung im Chaos, der Zucht im Wildwuchs. Die herausgearbeiteten Schwerpunkte, die zur empfohlenen Nachlektüre im Katalog ihren Niederschlag gefunden haben, sind:- Wer kultiviert den Menschpark?- Gegenräume: Passagen durch europäische Gartengrotten- Wahlverwandtschaften zwischen Natur und Sprache – Das Parkmotivin Goethes bestem Buch- Auf unsicheren Füßen und schwankendem Boden: Der Gartenraum alsBegegnungsstätte von Pan und Appell.- Herr Schreber oder Die Ordnung des Wachsenden- Pflanzen in Kästen – Zur Geschichte eines ordnenden Gevierts- Das desinfizierte Paradies- Eine künstliche Markierung in der Landschaft – die 1. Fernsehausstellung „Landart“ der Fernsehgalerie Gerry SchumTeilnehmende Künstler sind: Willi Baumeister, Günter Behnisch, Hermann Blomeier, Anna & Bernhard Blume, Joachim Brohm, Department für öffentliche Erscheinungen, Stan Douglas, Max Ernst, Stefan Ettlinger, Naoya Hatakeyama, Erich Heckel, Peter Hutchinson, Dieter Kiessling, Paul Klee, Norbert Kricke, Max Laeuger, Fernand Léger, Max Liebermann, Marcel Lods, Richard Log, August Macke, Walter d Maria, Gordon Matta-Clark, Reiner Maria Matysik, Aernout Mik, Niedermayr June Bum Pk, Giuseppe Penone, Peter Piller, Sigmar Polke, Franz Radziwill, Albert Renger-Patzsch, Henri Rousseau, Glen Rubsamen, Hans-Christian Schink, Alexander Timtschenko und Sandra Voets. Das „Prickelnde“ dieser Ausstellung wie des ganzen Themas ist nicht nur der interdisziplinäre Ansatz, der Kunstgeschichte, Kulturgeschichte, Philologie und Philosophie bis hin zur Soziologie umfasst, sondern auch theoretische und praktische, intellektuelle und handwerkliche Fertigkeiten einbezieht – Fragen der Rodung, der Landvermessung, der Besiedlung und des Tourismus müssen genauso gestreift werden wie die nach der Bebauung und Bepflanzung. So genannte High und Low Culture, wie sie sich im historischen höfischen Park oder im bloßen Vergnügungspark – bei fließenden Übergängen – zeigen, finden ihren Ausdruck. (Verlagstext)

Lesermeinungen

Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar zu verfassen